Fraktionserklärung zu geplanten Südstarts geradeaus – jetzt Einsprache erheben

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Fraktionserklärung zu geplanten Südstarts geradeaus – jetzt Einsprache erheben

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat das ergänzte Betriebsreglement 2014/2017 für den Flughafen Zürich öffentlich aufgelegt. Darin enthalten: das sogenannte Bisenkonzept mit Südstarts geradeaus. Die GLP/GEU-Fraktion erachtet dies als verpasste Chance für eine zukunftsfähige und lärmgerechte Flughafenentwicklung.

Südstarts geradeaus: Ein Worst-Case-Szenario für Dübendorf

Die geplanten Südstarts geradeaus werden als Sicherheitsmassnahme verkauft. Doch die Realität sieht anders aus: Sie führen dazu, dass noch mehr Menschen in den dicht besiedelten Gebieten südlich des Flughafens von Fluglärm betroffen werden. Dübendorf liegt direkt in dieser Zone. Gerade bei Bisenlagen, die im Glattal häufig vorkommen, würden Starts direkt über unsere Wohnquartiere führen.

 

Das Fluglärmforum Süd, die Plattform der Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens, hält unmissverständlich fest: Südstarts geradeaus sind aufgrund der Flugroute und des Absturzrisikos nicht vertretbar. Es gibt kein anderes neues Abflugverfahren, das mehr Menschen dermassen stark belastet. Der Süden des Flughafens ist die dichtest besiedelte Region rund um den Flughafen – und in der ganzen Schweiz.

 

Gesundheit vor Kapazität

Fluglärm ist nicht nur eine Frage der Belästigung. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind wissenschaftlich belegt: Schlafstörungen, erhöhte Stressbelastung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Grünliberale setzen wir uns für eine lebenswerte Region ein. Dazu gehört der Schutz der Bevölkerung vor vermeidbarem Lärm.

 

Mangelnde Transparenz und fehlende Kriterien

Besonders problematisch ist die mangelnde Transparenz: Wann genau gelten Südstarts geradeaus als notwendig? Ab welcher Windstärke werden sie eingesetzt? Wie lange dauern diese Phasen? Welche Kriterien kommen zur Anwendung, wenn Bise herrscht? Diese Fragen bleiben im vorliegenden Betriebsreglement unbeantwortet.

 

Die Grünliberale Fraktion GLP fordert klare, nachvollziehbare Kriterien und eine strikte Begrenzung auf echte Ausnahmesituationen.

 

Sicherheit für wen?

Bemerkenswert ist: Der Sicherheitsbericht stammt aus dem Jahr 2012. Bei der letzten Auflage 2017 erachtete der Flughafen die Einführung nicht als dringend. Nun, 14 Jahre später, soll plötzlich Dringlichkeit bestehen – und der Bevölkerung das Recht auf gerichtliche Beurteilung entzogen werden.

 

Die im Bericht erwähnte Sicherheit bezieht sich ausschliesslich auf den Flugbetrieb. Die Sicherheit der Bevölkerung am Boden wurde nie geprüft und wird weiterhin ignoriert. Das ist inakzeptabel.

 

Unsere Position

Die GLP-Fraktion ist überzeugt: Es gibt bessere Lösungen als eine pauschale Mehrbelastung der südlichen Flughafenregion. Modernere Flugrouten, technologische Innovationen und eine konsequente Lärmbegrenzung müssen Vorrang haben.

 

Statt neue Belastungen zu schaffen, muss der Flughafen Zürich seiner Verantwortung gegenüber der Region gerecht werden. Die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung darf nicht Kapazitätsinteressen geopfert werden.

 

Rico Eberle für die Fraktion Grünliberale (GLP) Gemeinderat Dübendorf