Eine Stadt ist mehr als ihre Gebäude – sie lebt in den Zwischenräumen, den Strassen, Plätzen, Höfen und Grünflächen, in denen Menschen sich begegnen, sich erholen oder einfach verweilen können.
Eine rein bauliche Verdichtung ohne hochwertige Freiräume stösst schnell an Grenzen. Wo Grünflächen fehlen, Aufenthaltsorte unattraktiv sind oder Verkehrsräume dominieren, entsteht keine echte Urbanität, sondern Enge. Gut gestaltete Aussenräume sind keine ästhetische Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Stadtplanung. Sie fördern Gesundheit, soziale Interaktion, Klimaanpassung und Identität.
Besonders wichtig ist, dass neue Bauprojekte konsequent auf vielfältige, begrünte und gut nutzbare Freiräume setzen. Dazu gehören Schatten spendende Bäume, durchmischte Grünflächen, sichere Fuss- und Velowege sowie Plätze, die nicht nur Transiträume sind, sondern Aufenthaltsqualität bieten. Solche Orte müssen geplant und als gleichwertiger Bestandteil eines Projekts betrachtet werden.
In bestehenden Quartieren können wir Strassenräume und Plätze mit mehr Aufenthaltsqualität und Grünräumen ausstatten. Mit kleinen, gezielten Massnahmen – mehr schattenspendenden Bäumen, Begegnungszonen, entsiegelten Flächen oder Sitzgelegenheiten – lässt sich viel erreichen. Sie erhöhen die Attraktivität eines gesamten Quartiers.
Da Hitzetage zunehmen und dicht bebaute Gebiete sich stark aufheizen wirken Grünflächen und Bäume wie natürliche Klimaanlagen und schaffen Mikroklimata, die sowohl der Bevölkerung als auch der Umwelt zugutekommen. Eine Stadt, die diese Faktoren ernst nimmt, stärkt ihre Anpassungsfähigkeit und bleibt auch in Zukunft lebenswert.
In Dübendorfs wachsen die Erwartungen an eine Stadt, die mehr bietet als ein Dach über dem Kopf. Wir wollen Orte, an denen wir uns wohlfühlen können – draussen, im Alltag, in ihrer direkten Umgebung. Wir werden uns auch in den nächsten vier Jahren dafür einsetzen, dass wir diese Räume bewusst und aktiv gestalten. Gute Aussenraumqualität ist kein Luxus; sie ist ein zentraler Pfeiler unseres gemeinschaftlichen Lebens.
Nicole Zweifel, Gemeinderätin GLP Dübendorf