Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 2. Februar 2026

Aktuell

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 2. Februar 2026

Themen: Südstarts geradeaus sind keine Lösung – Tempo 30 im Quartier Gfenn – Freizeitkurse neu bei der Stiftung WBK – Einmalige Chance genutzt: Liegenschaft Neugutstrasse 52/54 – Stadtbibliothek: Open Library und längere Öffnungszeiten – Digitale Souveränität

Fluglärm: Südstarts geradeaus sind keine Lösung

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat das ergänzte Betriebsreglement für den Flughafen Zürich aufgelegt – inklusive Bisenkonzept mit Südstarts geradeaus. Dübendorf liegt direkt in der betroffenen Zone: Bei Bisenlagen würden Starts direkt über unsere Wohnquartiere führen und noch mehr Menschen in einer ohnehin dicht besiedelten Region belasten. Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit: Der Sicherheitsbericht stammt aus dem Jahr 2012. Bei der letzten Auflage 2017 erachtete der Flughafen die Einführung nicht als dringend. Nun, 14 Jahre später, soll plötzlich Dringlichkeit bestehen – und der Bevölkerung das Recht auf gerichtliche Beurteilung entzogen werden. Die im Bericht erwähnte Sicherheit bezieht sich ausschliesslich auf den Flugbetrieb, jene der Bevölkerung am Boden wurde nie geprüft.

Tempo 30 im Quartier Gfenn – ein starkes Signal

Der Gemeinderat hat die Petition «Mehr Sicherheit für unsere Kinder – Tempo 30 im Quartier Gfenn» mit einem beeindruckenden Ergebnis von 35:0 Stimmen gutgeheissen. Die grünliberale Fraktion war bereit, einen Kompromiss einzugehen und die Gfennstrasse aus dem Tempo-30-Perimeter auszuklammern. Dies ermöglichte eine sachliche und lösungsorientierte Diskussion, eine breite Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg und verhinderte einen Rekurs, der den Entschied unter Umständen wieder gekippt hätte. Dies war wichtig, denn das Geschäft hat auch Signalcharakter: weitere Tempo-30-Petitionen für verschiedene Quartiere wurden bereits eingereicht.

Freizeitkurse neu bei der Stiftung WBK

Ebenfalls klar, mit 34:0 Stimmen hat der Gemeinderat die Auslagerung der Freizeitkurse der Primarschule an die Stiftung WBK beschlossen. Damit wurde eine gute Grundlage geschaffen, damit auch künftig eine breite Palette an niederschwelligen, für alle Schülerinnen und Schüler zugänglichen Freizeitangeboten zur Verfügung steht.

Einmalige Chance genutzt: Liegenschaft Neugutstrasse 52/54

Der Gemeinderat hat den Kauf von Stockwerkeigentum an der Neugutstrasse für 20.4  Mio. Franken einstimmig genehmigt. Eine möglicherweise einmalige Gelegenheit für die Stadt – und aus grünliberaler Sicht ein sinnvoller Schritt, den städtischen Handlungsspielraum für die Zukunft zu sichern.

Stadtbibliothek: Open Library und längere Öffnungszeiten

Das Postulat zur Aufrüstung der Stadtbibliothek mit einer Open-Library-Funktion wurde behandelt, die konkrete Umsetzung wird jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Längere Öffnungszeiten und ein niederschwelliger Zugang zur Bibliothek sind für uns ein wichtiges Anliegen – Bildung und Kultur sollen für alle zugänglich sein, auch ausserhalb der regulären Schalterzeiten.

Digitale Souveränität – lokal anfangen, übergeordnet denken

Die aktuelle Politik in den USA strahlt aus bis in unser Gemeindeparlament, wie diese Diskussion zeigte. Das Anliegen, etwas zu unternehmen gegen die vollständige Abhängigkeit von den grossen US-Tech-Konzernen wie Microsoft und Google wurde über alle Parteien hinweg unterstützt. Das Postulat zur Förderung digitaler Souveränität durch Schweizer-  und Open-Source-Software wurde mit 31:3 Stimmen überwiesen. Auch wir anerkennen die grundsätzliche Bedeutung und Dringlichkeit des Themas. Zwar liegt die Hauptverantwortung auf kantonaler und nationaler Ebene – doch auch lokal gibt es hoffentlich ein klein wenig Handlungsspielraum, um Alternativen zu unterstützen. Wir sind gespannt auf die Antwort des Stadtrates.