Ein Plädoyer für den Service Citoyen

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Ein Plädoyer für den Service Citoyen

Letzte Woche haben sich Bundesrat und Parlament endgültig gegen die Einführung eines allgemeinen Bürgerdienstes, des sogenannten Service Citoyen, ausgesprochen.

Eine der Begründungen lautete, es gebe bereits genügend Dienstpflichtige.
Das erstaunt, denn gleichzeitig wird im Parlament darüber diskutiert, den Zugang zum Zivildienst zu erschweren, mit der Begründung, man wolle der Armee mehr Personal zuführen. Diese Argumentation wirkt widersprüchlich: Brauchen wir nun mehr Personal oder nicht?

 

Während die Politik weiterhin an bestehenden Strukturen festhält, liegt eine Lösung für die Personalprobleme und auch der dienstlichen Gleichstellung zwischen Mann und Frau eigentlich auf der Hand: der Service Citoyen. Dieses Modell ermöglicht eine freie Wahl zwischen Armee, Zivilschutz und Zivildienst und verpflichtet gleichzeitig jede und jeden, einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten. Durch die Integration in den Dienst der Frauen würde die Zahl der potenziellen Armeeangehörigen deutlich steigen.


Auch der Zivilschutz würde profitieren. Heute dürfen dort nur als untauglich Befundene eingesetzt werden, ein System, das weder gerecht noch zukunftsfähig ist. Gerade in Krisensituationen zeigt sich, wie wichtig ein starker Zivilschutz ist, weil er die Bevölkerung direkt schützt. Mit dem Service Citoyen würde dieser für alle geöffnet und damit gestärkt. Ein zusätzlicher Personalmangel in der Armee, wie ihn Gegnerinnen und Gegner befürchten, kann gar nicht entstehen, da die Initiative die sollbestände insbesondere in der Armee und dem Zivilschutz garantiert.


Letztlich steht der Service Citoyen für eine doppelte Gleichstellung: zwischen Männern und Frauen und zwischen den verschiedenen Dienstformen.
Er wäre ein zeitgemässer Schritt hin zu einer Schweiz, in der alle Verantwortung übernehmen.