Frau Präsidentin, geschätzte Ratskolleginnen und Ratskollegen, geschätzte Mitglieder des Stadtrates
Wir kommen zu einem weiteren, heiss diskutierten und topaktuellen Thema. Wenn wir in der Schweiz den Umstieg auf erneuerbare Energien schaffen und unsere Energieversorgung langfristig absichern wollen, müssen wir, unter anderem, aber vor allem, beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen einen Zacken zulegen.
Dies ist, ganz kurz zusammen gefasst, der Hauptgrund für die von uns eingereichte Motion. Der Jahresbericht der Elcom (eidgenössischen Elektrizitätskommission) von letzter Woche kommt hier übrigens sehr aktuell, wieder einmal, zum gleichen Schluss: lieber früher anfangen.
Was stellen wir uns jetzt konkret vor?
Wir wünschen uns eine Umsetzungsoffensive für die Realisierung von Photovoltaik-Anlagen durch Private in Dübendorf. Die Stadt Dübendorf soll als starke Partnerin für Private auftreten und als innovative und kommunikative Ansprechspartnerin die rasche Realisierung von zahlreichen Photovoltaik-Anlagen (durch Private) in Dübendorf aktivieren. Dabei soll die Stadt die Kooperation und Unterstützung durch auf diesem Gebiet kompetente Partner suchen, in- und ausserhalb von Dübendorf. Weiter soll die Stadt Dübendorf die Umsetzung von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden weiter vorantreiben. Dem Gemeinderat ist Antrag für ein entsprechendes Projekt zu stellen.
Wir sind hier, das möchte ich an dieser Stelle noch einmal deutlich sagen, sehr offen auch für ergänzende oder noch bessere Ideen von Seiten des Stadtrates oder der Verwaltung, beispielsweise die Integration von Warmwasseraufbereitungsanlagen in die Zielsetzung oder ähnliches. Auch der Einbindung von Partnern stünden wir offen gegenüber.
Wir tragen schon seit vielen Jahren das Energiestadt-Label. Ebenfalls schon lange sind auf öffentlichen Gebäuden der Stadt einige Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Zudem betreibt die Glattwerk AG eine Solarstrombörse, die aber weder aktiv vermarktet noch bewirtschaftet wird. Wie sich auch in der Antwort auf eine parlamentarische Interpellation zum Thema zeigt, haben wir in Dübendorf noch viel Potential in Bezug auf eine gesteigerte Nutzung von Sonnenergie, sowohl auf Angebots- wie auf Nachfrageseite. Einige Private realisieren zwar ab und zu Anlagen, immer noch werden aber viele Häuser neu gebaut resp. Ersatzneubauten erstellt oder Wohnbauten saniert, ohne dass darauf eine PV-Anlage realisiert wird. Dies obwohl kantonal und national umfassende Förderprogramme bestehen und die gesetzlichen Grundlagen laufend zu Gunsten von neuen erneuerbaren Energien angepasst werden. Zudem sindauch die eigentlichen Anlagekosten für Photovoltaik in den letzten Jahren exponentiell gesunken.
Das Fazit zugunsten der Nutzung der Sonnenergie ist auch aus ökonomischen Gründen heute sonnenklar: an sich ist es auch für Private heute äusserst attraktiv, auf jedem Ersatz- resp. Neubau eine eigene PV-Anlage zu realisieren, die laufenden Gesetzesanpassungen werden dem noch mehr Schub geben.
Die Gründe, dass dies trotzdem nicht in der breiten Masse stattfindet, liegen wohl in verschiedenen Hürden in der Umsetzung. Dort fehlt es oft an kleinen Dingen: Dem schnellen Zugang zu Wissen, einfache Verfahren, kompetente Ansprechpartner für kurze Fragen – schon zu Beginn der Planung – oder einfachen Hinweisen, damit schlicht und einfach an die Realisierung einer PV-Anlage gedacht wird. Der Solardach-Plan des Uvek zeigt auch für Dübendorf ein grosses Potential. Die Quartierplanungen liessen auch Platz für neuere Technologien wie Fassaden-Solaranlagen.
In Anbetracht der weiterhin zu erwartenden hohen Bautätigkeit soll unsere Stadt jetzt aktiv werden. Wir müssen nichts Neues erfinden. Was es braucht, ist eine aktive Offensive zur konkreten Umsetzung von PV-Anlagen sowie die Unterstützung der privaten Akteure. Dazu soll die Stadt ihre Kräfte, beispielsweise aus den Bereichen Planung, Hochbau, Liegenschaften u.w. übergreifend bündeln und koordiniert einsetzen. Die Zusammenarbeit mit fachkompetenten Partner, wie bspw. mit der Glattwerk AG oder anderen privaten oder öffentlichen Unternehmen bzw. Anbietern von PV-Anlagen, soll verstärkt und es sollen auch innovative Projekte diskutiert werden.
Die Motion fordert keine neuen Förderungen für Private. Aber die Solar-Offensive wird über aktive Information, Beratung und Unterstützung in der Umsetzung dennoch Kostenfolgen, u.a. über wiederkehrende Personalressourcen, mit sich bringen. Der Stadtrat ist aufgefordert, Synergien zu nutzen und die Kooperation mit geeigneten Partnern aktiv voranzutreiben für eine möglichst kosteneffiziente Umsetzung.
Thomas Maier, Gemeinderat