Was kann Dübendorf tun? Das Rezept der einen ist die Benennung der «Zuwanderung» als Hauptproblem. Hier ist auf Gemeindeebene wenig zu regeln und man verletzt alle Zugezogenen, die schon lange Steuern zahlen und sich gesellschaftlich engagieren. Andere fordern «mehr bauen» und übersehen, dass dabei oft das falsche gebaut wird, beispielsweise zu gross und/oder zu teuer. Wieder andere fordern mehr staatliche Eingriffe.
Wo aber liegt der konkrete Handlungsspielraum unserer Stadt? Einerseits in der Gestaltung des öffentlichen Raumes und im Angebot von Aufenthaltsorten und Grünflächen für alle Altersgruppen, gerade in verdichteten Siedlungen. Andererseits in der Bewirtschaftung der eigenen Grundstücke, beispielsweise über eine Abgabe im Baurecht: Dort können wir spezifisch aushandeln, wie viel die öffentliche Hand beiträgt, in der Regel über einen angepassten Baurechtszins, der niedrigere Mietpreise ermöglicht. Aktuell stehen mit den Arealen Leepünt und Gumpisbüel zwei konkrete Projekte dafür bereit. Drittens können wir über die Raumplanungsinstrumente auf private Bauherrschaften Einfluss nehmen: Dieser Tage verabschiedet der Gemeinderat die neue Bau- und Zonenordnung, wo wir Leitplanken genau dazu setzen und für die Mehrausnützung von Grundstücken im Gegenzug Wohnungen mit Kostenmiete einfordern. Mit jedem Gestaltungsplan gibt es zusätzlich individuelle Möglichkeiten. In Dübendorf will man bauen – wir dürfen eine starke Handlungsposition einnehmen und unsere Stadt mitgestalten. Auch ich engagiere mich hier mit meinem politischen Engagement. Weitere Rädchen müsste man auch national drehen.
Und zu alldem braucht es auch dringend die Eigenverantwortung der Grundstücksbesitzenden: Wer von sich aus Wohnungen in Kostenmiete vergibt oder Genossenschaftsbauten ermöglicht, fördert nicht nur die Durchmischung und damit den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft, sondern bietet direkt bezahlbaren Wohnraum. Es gibt sie sogar in Dübendorf, diese Eigentümer: Im Westhof oder im Zwicky-Areal lässt sich das erleben.
Danke an all jene, die die Eigenverantwortung nicht nur loben und fordern, sondern konkret umsetzen und sich für lebenswerte Quartiere einsetzen!
Stefanie Huber, Kantonsrätin
Christian Meyer, Gemeinderatspräsident Dübendorf