Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,
sehr geehrte ehemalige Ratsmitglieder,
sehr geehrte Gäste im Publikum vor Ort und via Livestream,
sehr geehrte Medienvertreter
Ich freue mich sehr, dass ich als amtsältestes Gemeinderatsmitglied die neue Legislatur eröffnen darf.
Speziell begrüssen möchte ich an dieser Stelle alle neu gewählten Ratskolleginnen und Ratskollegen. Ich freue mich sehr aufs Kennenlernen und auf die zukünftige Zusammenarbeit.
In der Vorbereitung bin ich ganz kurz über das Wort «alt» gestolpert. Natürlich macht mir diese Eröffnungsrede bewusst, dass ich hier schon eine ziemlich lange Zeit mitgestalten darf, auch wenn ich mich ehrlich gesagt noch «mittendrin» fühle. Mittendrin in der Gestaltung der Zukunft unserer Stadt.
Ich möchte ihnen hier für die neue Legislatur zwei Gedanken oder Wünsche mit auf den Weg geben und keine Angst, ich erzähle jetzt hier nicht Dutzende Anekdoten aus 28 Jahren Gemeinderat – die teilen wir dann gerne im Anschluss beim Apéro.
Mir liegen vor allem zwei Dinge am Herzen: Sachlichkeit und Fokus aufs Ziel.
In der letzten Legislatur 22-26 habe ich unsere Arbeit hier im Gemeinderat als sehr lösungsorientiert und sachlich wahrgenommen – eine positive Entwicklung, da es auch schon anders war. Ja, wir diskutieren und vertreten unsere je nach Partei unterschiedlichen Standpunkte im Rat mit Vehemenz und deutlicher Klarheit – im Sinne einer lebendigen Demokratie. Gleichzeitig suchen und finden wir immer wieder den Kompromiss und sogar den Konsens, v.a. in der konkreten Sacharbeit in den Kommissionen, ganz im Sinne der ursprünglichen Idee einer Demokratie: nicht zum Vorteil von Wenigen, sondern der Mehrzahl (Perikles, Altes Griechenland). Dafür darf das sogenannte Parteibuch zu Gunsten einer sachlichen Lösung auf der lokalen Ebene auch einmal etwas in den Hintergrund treten. Das wünsche ich uns auch für die anstehende Legislatur.
Zweitens: in letzter Zeit beklagen wir uns öfters darüber, dass «alles» so lange geht in der Politik, beispielsweise die Planung und Realisierung eines neuen Hallenbades oder, ich traue mich das fast nicht mehr zu sagen hier, der neue Busbahnhof in Dübendorf. Wir als Parlament können hier auch einen Beitrag leisten: mehr Fokus aufs Ziel, sich bewusst sein, dass wir unsere Prozesse auch effektiv und in einer vernünftigen Zeit durchbringen. Oder wie es schon Archimedes um ca. 250 v.Chr. formulierte, Zitat: «Die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten – ist eine gerade Linie.»