Wohlstand geht nicht ohne Offenheit! Nein zur «Nachhaltigkeitsinitiative»

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Wohlstand geht nicht ohne Offenheit! Nein zur «Nachhaltigkeitsinitiative»

In Kürze stimmen wir über eine Initiative ab, die zwar ein Unbehagen aus der Bevölkerung aufnimmt, aber keine tauglichen Lösungen präsentiert. Ein Bevölkerungsdeckel, der zur Kündigung internationaler Abkommen führt, bedroht die Schweiz im Innersten.

Die Schweizer Bevölkerung nimmt zu, gemäss Statistik mit einem Prozent pro Jahr. Fakt ist, dass der überwiegende Teil der Zugewanderten nicht aus Asylgründen zu uns kommt. Warum aber kommen Menschen in die Schweiz? Der Wohlstand hier ist höher als in vielen anderen Ländern und es gibt Arbeitsplätze, die von SchweizerInnen nicht besetzt werden. Unter anderem werden wir älter – der Anteil der arbeitenden Bevölkerung sinkt und der Pflegebedarf wird höher. Fehlen Arbeitskräfte in der Landschwirtschaft, müssen wir im Laden kaufen, was das Ausland uns liefert. Wir bilden nicht alle Fachkräfte selber aus. Wenn wir die Ergänzung der Schweizer ArbeitnehmerInnen in Unternehmen mit ausländischen Fachkräften erschweren, dann droht der Verlust von vielen Arbeitsplätzen und Steuersubstrat, da die betroffenen Unternehmen abwandern.

 

In Kürze stimmen wir über eine Initiative ab, die zwar ein Unbehagen aus der Bevölkerung aufnimmt, aber keine tauglichen Lösungen präsentiert. Ein Bevölkerungsdeckel, der zur Kündigung internationaler Abkommen führt, bedroht die Schweiz im Innersten: Der Austausch mit dem Um- und Ausland ist seit jeher Teil unseres Selbstverständnisses und unserer Wirtschaft. Man denke nur an unsere Universitäten und Hochschulen, an den Bankenplatz, die Pharmabranche oder die Uhrenindustrie – sie alle funktionieren in einer abgeschotteten Schweiz nicht. Basis für das Funktionieren dieser Personenbewegungen ist ein komplexes internationales Regelwerk. Wer Wohlstand will, muss diese Offenheit wagen.

 

Die Nebeneffekte, welche die Vernetzung mit dem Ausland uns bringt, dürfen wir nicht kleinreden. Die EINE Lösung gibt es nicht, die Initiative zur Begrenzung der Bevölkerung ist es aber sicher nicht. Statt die Zukunft der SchweizerInnen mit einer solchen Initiative in den Grundfesten zu gefährden, könnten wir unsere Schweiz gemeinsam, konstruktiv und intelligent gestalten und das Wachstum vorausschauend begleiten: Zersiedlung stoppen, dafür aber qualitativ hochstehende Siedlungen planen, kurze Wege und lebenswerte Aussenräume einfordern. Würden die InitiantInnen der «Nachhaltigkeitsinitiative» bei diesen Themen gleich viel Engagement an den Tag legen wie für die Verunglimpfung aller Zugewanderten, was hätten wir für eine lebenswerte Schweiz!

Es gibt Abstimmungen, da kann man mit einem Ja ein «Zeichen setzen». Hier wäre es brandgefährlich. Sagen wir Nein zu dieser Initiative und arbeiten stattdessen aber gemeinsam an konkreten Massnahmen, um die Lebensqualität zu erhöhen!

 

 

Stefanie Huber, Kantonsrätin GLP